Nach der Wende


Am 1. April 1991 gründete ich nach der deutschen Einheit einen landwirtschaftlichen Familienbetrieb in Tiefensee, damals zu Bad Freienwalde gehörend. Heute ist Tiefensee ein Ortsteil von Werneuchen und gehört zum Landkreis Barnim.

Mit gepachtetem Ackerland, hauptsächlich herrenlosem Land unter staatlicher Verwaltung von der BVVG (Bodenverwertungs- und Verwaltungsgesellschaft, einst Treuhandgesellschaft), baute ich mit meiner Familie eine Freilandgemüsegärtnerei und Getreideproduktion auf. Die Direktvermarktung wurde kontinuierlich entwickelt, so dass wir uns bald über einen festen Kundenstamm freuen konnten.

1997 kaufte ich einen Teil des alten Gutshofes von Tiefensee. Die Bausubstanz dieser alten Wirtschaftsgebäude und Hofflächen waren in einem sehr schlechten baulichen Zustand. Mein Hauptaugenmerk galt der der Erhaltung der schönen Feldsteinwände, deren Toreinfahrten und dem alten Feldsteinpflaster auf dem Hof. Mit diesen Schönheiten aus der früheren Geschichte unseres Ortes Tiefensee konnten wir aber kein Geld verdienen. Also mussten wir darauf achten, dass beim Umbau der alten Gutsscheune die Befahrbarkeit mit Traktor und beladenen Hängern gewährleistet blieb. Diese historische Feldsteinhofstelle in Tiefensee stellt für uns eine große Herausforderung dar und es wird noch einige Zeit brauchen, bis all unsere Ideen verwirklicht sind. Doch es hat sich schon gelohnt, der Hof sieht jetzt schon richtig klasse aus.

Es ist schön als freier Bauer zu arbeiten, einen Betrieb aus eigener Kraft und mit eigenen Ideen aufzubauen. In der heutigen Zeit ist es leider fast unmöglich, z.B. für junge Menschen mit den gleichen Ideen einen Bauernhof aufzubauen. Dadurch wird die bunte Entwicklung und Vielfalt in den Dörfern Ostdeutschlands verhindert. Dies ist ein Grund, weshalb ich im DBB Brandenburg organisiert mit.